So funktioniert der TVöD-Rechner
Der Rechner kombiniert die offizielle Entgelttabelle des TVöD-VKA in der Fassung ab dem 1. Mai 2026 mit den Lohnsteuerformeln des Bundesfinanzministeriums und den Beitragssätzen der Sozialversicherung. Du wählst Entgeltgruppe (E2 bis E15 oder S2 bis S18 für den Sozial- und Erziehungsdienst), Erfahrungsstufe, Steuerklasse, Kinderfreibeträge und Kirchensteuer. Der Rechner zeigt das Bruttomonatsgehalt laut Tabelle, die Abzüge für Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer, Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung sowie das Netto pro Monat.
Die Bruttowerte sind exakt die Tabellenwerte. Die Nettoschätzung liegt in der Regel innerhalb von zwei bis fünf Prozent des tatsächlichen Auszahlungsbetrags; Abweichungen entstehen durch Vorsorgepauschale, individuelle Freibeträge, Sachbezüge, vermögenswirksame Leistungen und den Zusatzbeitrag der eigenen Krankenkasse. Zulagen, Zeitzuschläge und Leistungsentgelt sind nicht enthalten, weil sie je nach Stelle unterschiedlich ausfallen.
Entgeltgruppe und Stufe richtig wählen
Die Entgeltgruppe steht in der Stellenausschreibung oder im Arbeitsvertrag und hängt an der Tätigkeit: E5 bis E8 nach abgeschlossener Ausbildung, E9a bis E9c für Fachwirte, Techniker und Meister, E10 bis E12 für Hochschulabschlüsse, E13 bis E15 für wissenschaftliche Abschlüsse und Führungsfunktionen. Erzieherinnen und Erzieher finden sich in S8a, Sozialarbeit in S11b bis S14, Kita-Leitungen in S13 bis S17.
Die Stufe bildet die Erfahrungszeit in der Entgeltgruppe ab. Berufseinsteiger ohne einschlägige Erfahrung starten in Stufe 1, mit mindestens einem Jahr Erfahrung in Stufe 2, mit drei Jahren in Stufe 3. Wer die Stelle wechselt, sollte die Anrechnung von Berufserfahrung aus der Privatwirtschaft ansprechen; viele Arbeitgeber gewähren bei Fachkräftemangel bis zu zwei Stufen vorweg. Ein Vergleich zweier Stufen im Rechner zeigt sofort, was ein Jahr Wartezeit oder eine Vorweggewährung wert ist.
Jahressonderzahlung, Zulagen und was der Rechner nicht enthält
Mit dem Novembergehalt kommt die Jahressonderzahlung, die je nach Entgeltgruppe zwischen rund 52 und 85 Prozent eines durchschnittlichen Monatsentgelts beträgt; Bemessungszeitraum sind die Monate Juli bis September, Voraussetzung ist ein Arbeitsverhältnis am 1. Dezember. Dazu kommen je nach Stelle Zeitzuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit, Wechselschichtzulage, die IT-Fachkräftezulage von bis zu 1.000 Euro und das Leistungsentgelt nach Paragraf 18.
Nicht enthalten ist der Eigenanteil zur Zusatzversorgung bei VBL oder kommunaler Zusatzversorgungskasse, der im Westen bei etwa 0,4 Prozent und im Osten bei rund einem Prozent des Bruttos liegt; die Pflichtversicherung ist überwiegend arbeitgeberfinanziert und bringt eine zusätzliche Betriebsrente. Vermögenswirksame Leistungen von 6,65 bis 13,29 Euro im Monat fließen auf ein eigenes Anlagekonto. Sachbezüge wie Jobticket, Diensthandy oder Dienstrad senken das steuerpflichtige Brutto und sind individuell zu berücksichtigen.
Teilzeit, Steuerklasse und Krankenkasse
Bei Teilzeit sinkt das Brutto anteilig: 50 Prozent Teilzeit in E9b Stufe 3 ergeben die Hälfte des Tabellenwerts. Die Sozialabgaben sinken proportional, die Lohnsteuer wegen der Progression stärker, sodass das Nettoverhältnis bei Teilzeit günstiger ist als das Bruttoverhältnis. Rechne den Vollzeitwert aus und multipliziere ihn mit deinem Stundenanteil bei einer Vollzeit von 39 Stunden.
Die Steuerklasse verändert nur den monatlichen Abzug, nicht die Jahressteuer: Verheiratete mit den Klassen III und V oder IV und IV zahlen über das Jahr gleich viel, erhalten das Geld aber zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Der Zusatzbeitrag der Krankenkasse liegt 2026 im Schnitt bei 2,5 Prozent und schwankt zwischen den Kassen um mehr als einen Prozentpunkt; bei 4.000 Euro brutto sind das rund 20 Euro netto im Monat. Bonusprogramme der Kassen erstatten einen Teil zurück.
Welche TVöD-Variante passt zu mir?
Wer bei einer Kommune, einem kommunalen Eigenbetrieb, einem Zweckverband oder einer Stadtverwaltung arbeitet, fällt fast immer unter den TVöD-VKA, den dieser Rechner abbildet. Bundesbedienstete werden nach TVöD-Bund bezahlt, Beschäftigte der Länder nach TV-L und in Hessen nach TV-H; die Tabellenwerte weichen um wenige Prozent ab. Kommunale Sparkassen zahlen nach TVöD-S mit Sparkassensonderzahlung, Stadtwerke häufig nach TV-V mit 13. Monatsgehalt und etwas höheren Tabellenwerten; dort nutzt du den Rechner als Näherung. Beamtinnen und Beamte werden nach den Besoldungstabellen ihres Landes bezahlt und zahlen keine Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung, weshalb ihr Netto deutlich höher liegt als bei gleicher Bruttozahl im Tarif.
Die Gehaltsseite ordnet alle Entgeltgruppen und Stufen ein, die Berufsprofile nennen die üblichen Gruppen je Beruf, und die Stellen auf PraktischKommune zeigen in der Regel die Entgeltgruppe direkt in der Anzeige.
Häufige Fragen
Wie genau ist der TVöD-Rechner?
Der Rechner basiert auf der offiziellen TVöD-VKA-Entgelttabelle ab Mai 2026 und den Lohnsteuerformeln des Bundesfinanzministeriums. Die Bruttowerte sind exakt, die Nettoschätzung liegt typischerweise innerhalb von zwei bis fünf Prozent des tatsächlichen Auszahlungsbetrags. Abweichungen entstehen durch Vorsorgepauschale, Freibeträge, Sachbezüge, vermögenswirksame Leistungen und die konkrete Krankenkasse.
Welcher Tarifvertrag ist der TVöD-VKA?
Der TVöD-VKA ist der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst in der Fassung der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände. Er gilt für rund 2,5 Millionen Beschäftigte bei Kommunen, kommunalen Eigenbetrieben, Stadtwerken ohne TV-V, kommunalen Sparkassen ohne TVöD-S und Zweckverbänden. Für Bundesbedienstete gilt der TVöD-Bund, für die Länder der TV-L.
Wie funktionieren die Erfahrungsstufen?
In E2 bis E15 gibt es sechs Stufen. Stufe 2 erreicht man nach einem Jahr, Stufe 3 nach zwei weiteren, Stufe 4 nach drei weiteren, Stufe 5 nach vier weiteren und Stufe 6 nach fünf weiteren Jahren, insgesamt also nach rund 15 Jahren in derselben Entgeltgruppe. E1 beginnt in Stufe 2 mit Aufstieg alle vier Jahre. Wechsler aus der Privatwirtschaft können einschlägige Berufserfahrung anerkannt bekommen.
Wann erhalte ich die Jahressonderzahlung?
Die Jahressonderzahlung, umgangssprachlich Weihnachtsgeld, wird mit dem Novembergehalt ausgezahlt. Sie beträgt je nach Entgeltgruppe zwischen rund 52 und 85 Prozent des berücksichtigungsfähigen Entgelts; Bemessungszeitraum ist Juli bis September. Voraussetzung ist ein bestehendes Arbeitsverhältnis am 1. Dezember; tarifliche Sonderregelungen und Kürzungen sind zu beachten.
Wird die VBL-Pflichtversicherung im Brutto-Netto-Rechner berücksichtigt?
Der Arbeitnehmeranteil zur Zusatzversorgung bei VBL oder kommunaler Zusatzversorgungskasse wird nicht separat ausgewiesen; er liegt in der Pflichtversicherung bei etwa 0,4 Prozent im Westen und rund einem Prozent im Osten des Bruttos. Die Pflichtversicherung ist überwiegend arbeitgeberfinanziert und bringt eine zusätzliche Betriebsrente.
Was ist der Unterschied zwischen TVöD-VKA und TVöD-S Sparkasse?
Der TVöD-S ist die eigene Entgeltordnung für Sparkassenbeschäftigte mit teilweise höheren Endgehältern und einer Sparkassensonderzahlung. Der TV-V gilt für Versorgungsbetriebe wie Stadtwerke. Wer bei einer kommunalen Sparkasse oder einem Stadtwerk arbeitet, prüft zuerst, welcher Tarif gilt; der Unterschied kann mehrere hundert Euro im Monat ausmachen.
Kann ich vermögenswirksame Leistungen und Sachbezüge einrechnen?
Vermögenswirksame Leistungen von 6,65 bis 13,29 Euro im Monat sind nicht enthalten, weil sie auf ein eigenes Anlagekonto fließen und das Brutto nicht erhöhen. Sachbezüge wie Jobticket, Diensthandy oder Dienstrad senken das steuerpflichtige Brutto und sind individuell zu berücksichtigen; die Gehaltsabrechnung zeigt die genauen Werte.
Wie rechne ich Teilzeit im TVöD-Rechner?
Bei Teilzeit sinkt das Brutto anteilig: 50 Prozent in E9b Stufe 3 ergeben die Hälfte des Tabellenwerts. Die Sozialabgaben sinken proportional, die Lohnsteuer wegen der Progression stärker, sodass das Netto bei Teilzeit verhältnismäßig günstiger ausfällt. Vollzeitwert berechnen und mit dem Stundenanteil bei 39 Wochenstunden multiplizieren.