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TVöD-S Sparkasse Gehalt 2026 – Entgelttabelle, Stufen und Vergleich

Die Sondertabelle für Beschäftigte bei kommunalen Sparkassen: S-EG 1 bis 11, alle Stufen, Vergleich zum TVöD-VKA, Sonderleistungen und Karrierepfade.

Aktualisiert am 19.05.2026 · Lesedauer: ~13 Minuten · Autor:

Die kurze Antwort

TVöD-S ist die Sondertabelle für Beschäftigte bei kommunalen Sparkassen. Sie liegt bei den meisten Entgeltgruppen etwa 100 bis 300 € über dem TVöD-VKA. Wer bei einer Sparkasse wie der Stadtsparkasse Köln oder der Sparkasse Bremen arbeitet, fällt unter TVöD-S — aber nicht alle Banken im öffentlichen Bereich: Einige Landesbanken haben eigene Haustarife.

+100–300 €

über TVöD-VKA

S-EG 1 – 11

Entgeltgruppen

6 Stufen

je Gruppe

~50 %

aller Sparkassen

Was ist der TVöD-S?

Der TVöD-S (Tarifvertrag öffentlicher Dienst — Sparkassen) ist ein Sondertarifvertrag innerhalb des TVöD-Systems, der speziell für Beschäftigte bei kommunalen Sparkassen gilt. Er regelt Gehalt, Arbeitszeit, Sonderzahlungen und Eingruppierung für rund 200.000 Beschäftigte in den ca. 350 öffentlich-rechtlichen Sparkassen in Deutschland. Die Grundstruktur (Stufenmodell, Jahressonderzahlung, Tarifkommissionen) ist mit dem TVöD-VKA identisch. Abweichend ist jedoch die Entgelttabelle: Statt der regulären Entgeltgruppen E1–E15 gelten die Sondertabellen S-EG 1 bis S-EG 11 mit durchgängig höheren Beträgen.

Rechtsgrundlage: Tarifvertrag öffentlicher Dienst — Sparkassen (TVöD-S). Verhandelt zwischen Deutscher Sparkassen- und Giroverband (DSGV), ver.di Bereich Banken und dbb.

Wer fällt unter den TVöD-S?

Etwa die Hälfte aller deutschen Sparkassen wendet den TVöD-S an — konkret alle öffentlich-rechtlichen Sparkassen, die kommunal getragen werden. Das umfasst Stadt-, Kreis- und Bezirkssparkassen sowie viele Sparkassen-Verbundpartner. Die andere Hälfte arbeitet entweder unter dem TVöD-VKA (in einigen kommunalen Mischkonstruktionen) oder hat als Landesbank oder freie Sparkasse einen eigenen Haustarif.

Fallen unter TVöD-S

  • Kommunale Stadt-Sparkassen (z. B. Sparkasse Münsterland Ost)
  • Kreis-Sparkassen (z. B. Kreissparkasse Köln)
  • Bezirks-Sparkassen
  • Beschäftigte bei Sparkassen-Verbänden (DSGV, regionale Verbände)
  • Teilweise: kommunale Tochtergesellschaften der Sparkassen

Fallen NICHT unter TVöD-S

  • Privatbanken (Deutsche Bank, Commerzbank etc. — eigener Banken-Tarif)
  • Genossenschaftsbanken (Volksbank, Raiffeisenbank — eigener BVR-Tarif)
  • Direktbanken (ING, DKB, Comdirect — Haustarife)
  • Einige Landesbanken (LBBW, Helaba — eigene Haustarife)
  • Freie Sparkassen (z. B. Haspa als Aktiengesellschaft)

Bevor Sie sich auf eine Sparkassen-Stelle bewerben, sollte ein Blick in den Arbeitsvertrag-Entwurf klären, ob der TVöD-S Anwendung findet — die Differenz zum TVöD-VKA macht über ein Berufsleben mehrere Zehntausend Euro aus.

TVöD-S Entgelttabelle 2026 — S-EG 1 bis 11

Die Sparkassen-Entgelttabelle folgt dem TVöD-Stufenmodell: pro Entgeltgruppe gibt es sechs Erfahrungsstufen, die mit zunehmender Berufserfahrung durchlaufen werden. Stufenaufstiege erfolgen automatisch nach 1, 3, 6, 10 und 15 Jahren — bei herausragenden Leistungen vorzeitig, bei Schwachleistung gegen schriftliche Beurteilung verzögert. Die Stufenlaufzeiten sind identisch mit dem TVöD-VKA, die Beträge liegen jedoch durchgängig höher.

TVöD-S Entgelttabelle 2026 — Bruttogehalt pro Monat

Basis: TVöD-S Sondertabelle, Stand 01.01.2026, Vollzeit (39 Std/Woche)

S-EGBeispiel-RolleStufe 1Stufe 2Stufe 3Stufe 4Stufe 5Stufe 6
S-EG 1Pförtner, Reinigung2.355 €2.480 €2.560 €2.625 €2.720 €2.795 €
S-EG 2Servicekraft, Boten2.495 €2.660 €2.825 €2.880 €2.995 €3.080 €
S-EG 3Einfache Bürotätigkeit2.640 €2.830 €2.965 €3.110 €3.255 €3.355 €
S-EG 4Servicemitarbeiter Schalter2.770 €2.965 €3.160 €3.305 €3.420 €3.510 €
S-EG 5Bankkaufmann Service2.890 €3.115 €3.290 €3.435 €3.560 €3.665 €
S-EG 6Sachbearbeiter, Berater Privatkunden3.020 €3.270 €3.550 €3.715 €3.880 €4.000 €
S-EG 7Erfahrener Sachbearbeiter, Vermögensberater3.180 €3.430 €3.730 €3.890 €4.090 €4.220 €
S-EG 8aStellv. Filialleitung, Spezialist3.345 €3.600 €3.910 €4.090 €4.310 €4.460 €
S-EG 8bVermögensberater Premium, Firmenkundenberater3.510 €3.790 €4.120 €4.320 €4.530 €4.690 €
S-EG 9Filialleitung, Senior-Firmenkundenberater3.720 €4.050 €4.380 €4.585 €4.750 €4.910 €
S-EG 10Filialleitung Hauptstelle, Abteilungsleiter4.040 €4.420 €4.770 €5.030 €5.250 €5.450 €
S-EG 11Regionalleitung, Bereichsleitung4.420 €4.830 €5.220 €5.495 €5.760 €5.985 €
Angaben in € brutto pro Monat. Tatsächliche Werte variieren je nach Tarifabschluss und individuellen Zulagen. Beim TVöD-Rechner lassen sich Netto-Werte und Sonderzahlungen direkt simulieren.

TVöD-S vs. TVöD-VKA — der direkte Gehaltsvergleich

Wer eine vergleichbare Position bei einer Stadtverwaltung und bei einer kommunalen Sparkasse vergleicht, erkennt schnell: Im Sparkassen-Tarif sind die Bruttogehälter durchgängig höher. Der Aufschlag wächst mit der Entgeltgruppe — auf der Sachbearbeiter- Ebene sind es rund 150 bis 170 €, in Führungspositionen wie Filialleitung Hauptstelle bis zu 300 € im Monat. Aufs Jahr gerechnet sind das in der Spitze rund 3.600 € mehr für gleiche Arbeitserfahrung.

Gehaltsvergleich Kommunalverwaltung vs. Sparkasse

Gleiche Position, gleiche Erfahrungsstufe — Brutto-Differenz pro Monat

PositionTVöD-VKATVöD-SDifferenz
Servicekraft SchalterE5 Stufe 3 = 3.143 €S-EG 5 Stufe 3 = 3.290 €+147 €
SachbearbeiterE6 Stufe 3 = 3.382 €S-EG 6 Stufe 3 = 3.550 €+168 €
Privatkundenberater (erfahren)E7 Stufe 3 = 3.560 €S-EG 7 Stufe 3 = 3.730 €+170 €
Stellv. FilialleitungE8 Stufe 3 = 3.750 €S-EG 8a Stufe 3 = 3.910 €+160 €
FilialleitungE9b Stufe 5 = 4.498 €S-EG 9 Stufe 5 = 4.750 €+252 €
Filialleitung HauptstelleE10 Stufe 5 = 4.960 €S-EG 10 Stufe 5 = 5.250 €+290 €
Regional- / BereichsleitungE11 Stufe 5 = 5.460 €S-EG 11 Stufe 5 = 5.760 €+300 €
Stand 2026. Die Vergleichswerte sind Tabellenentgelte ohne Sonderzahlungen, Leistungsentgelt oder Zulagen.

Der Aufschlag ist kein Zufall: Sparkassen konkurrieren am Arbeitsmarkt mit Privatbanken, Genossenschaftsbanken und Direktbanken um Bankkaufleute und Berater. Würde das Gehalt mit der Kommunalverwaltung gleichziehen, würden viele Mitarbeiter zu besser zahlenden Privatbanken abwandern. Der TVöD-S-Aufschlag ist also ein Markt-Korrektiv, kein Geschenk.

Praxis-Beispiel: Berufseinstieg in der Sparkasse Münster

Anna, 26 — Bankkauffrau bei der Sparkasse Münsterland Ost

Anna hat ihre Bankausbildung gerade abgeschlossen und wird als Servicekraft im Filialbereich übernommen. Eingruppierung: S-EG 6 Stufe 1 als Berufseinsteigerin.

  • Brutto-Grundgehalt: 3.020 € / Monat
  • Jahresgehalt (12 × Grundgehalt): 36.240 €
  • Jahressonderzahlung (~84 %): 2.537 €
  • Vermögensbildung VL (40 € × 12): 480 €
  • Leistungsentgelt (~1,5 % von Jahresgehalt): 544 €
  • Variable Vergütung Hauspraxis (~3 %): 1.087 €
  • Jahres-Gesamtbrutto: rund 40.890 €

Im Vergleich zur Verwaltungsfachangestellten in E6 Stufe 1 bei der Stadt Münster (~2.870 € Grundgehalt = ca. 34.450 € Jahresbrutto plus Sonderzahlungen) liegt Anna rund 5.000 € pro Jahr höher — bei nahezu identischer Wochenarbeitszeit und identischem Urlaubsanspruch.

Karrierepfade bei Sparkassen — Auszubildende bis Bereichsleitung

Die Sparkassen bieten eine der klarsten Karrierestrukturen im öffentlichen Sektor. Wer mit einer Bankausbildung startet, kann über vier bis sechs Karrierestufen bis in die obere Führungsebene aufsteigen — meist intern, oft begleitet durch berufsbegleitende Qualifizierungen (Bankfachwirt, Bankbetriebswirt, ABS-Lehrgang).

1. Auszubildende(r) zum Bankkaufmann

3 Jahre

Klassische Banklehre, abwechselnd Filiale und Berufsschule.

Eingruppierung: TVAöD-BBiG (kein S-EG)Gehalt: 1.230 € (1. Jahr) – 1.380 € (3. Jahr)

2. Servicekraft / Junior-Berater

1–3 Jahre

Erste eigene Beratungstätigkeit an Service-Schalter oder im Privatkundenbereich.

Eingruppierung: S-EG 5 oder S-EG 6 (Stufe 1)Gehalt: 2.890 € – 3.020 € brutto

3. Privatkundenberater

3–6 Jahre

Eigener Kundenstamm, Beratung zu Geldanlage, Krediten, Bausparen.

Eingruppierung: S-EG 6 (Stufe 2–4) bis S-EG 7Gehalt: 3.270 € – 3.890 € brutto

4. Vermögensberater / Firmenkundenberater

6–10 Jahre

Höherwertige Kundenbetreuung, Premium-Vermögen oder Mittelstands-Firmenkunden.

Eingruppierung: S-EG 7 bis S-EG 8bGehalt: 3.890 € – 4.690 € brutto

5. Filialleitung

10–15 Jahre

Verantwortung für Filialteam, Geschäftsergebnis, Marktbearbeitung in der Region.

Eingruppierung: S-EG 9 (kleine Filiale) bis S-EG 10 (Hauptstelle)Gehalt: 4.380 € – 5.450 € brutto

6. Regional-/Bereichsleitung

15+ Jahre

Strategische Verantwortung für mehrere Filialen oder einen ganzen Geschäftsbereich.

Eingruppierung: S-EG 11 oder außertariflich (AT)Gehalt: 4.420 € – 5.985 € brutto (S-EG 11) / höher AT

Sonderleistungen und Zusatzvergütung bei Sparkassen

Das Tabellenentgelt ist nur ein Teil der Gesamtvergütung. Sparkassen sind bekannt für ein umfassendes Benefits-Paket, das im öffentlichen Sektor zu den attraktivsten gehört. Manches ist tariflich verankert, vieles aber Hauspraxis und Verhandlungssache mit dem örtlichen Personalrat.

Jahressonderzahlung nach § 20 TVöD-S

50–95 % eines Monatsgehalts, ausgezahlt im November. In vielen Sparkassen am oberen Rand der Spanne — manchmal kombiniert mit einer freiwilligen Aufstockung auf 100 %.

Jahressonderzahlung

VBL-Betriebsrente / Zusatzversorgung

Pflichtversicherung in der VBL oder einer kommunalen Zusatzversorgungskasse. Arbeitgeber zahlt rund 6,45 % vom Gehalt, Beschäftigter 1,41 % Eigenanteil. Lebenslange Betriebsrente zusätzlich zur gesetzlichen Rente.

VBL-Betriebsrente

Variable Vergütung (Hauspraxis)

Erfolgs- oder zielabhängiger Bonus zwischen 3 und 15 % des Jahresgehalts — abhängig von Funktion und Sparkasse. Vertriebsorientierte Berater erhalten oft höhere Anteile als Backoffice.

Leistungsentgelt nach § 18 TVöD-S

Bis zu 2 % des Jahresgehalts als leistungsorientierte Prämie. Ausschüttung meist jährlich auf Basis von Zielvereinbarungen und Beurteilungen.

Leistungsentgelt

Vermögenswirksame Leistungen (VL)

Arbeitgeberzuschuss von 40 € monatlich zu einem Sparvertrag oder Bausparvertrag. Sechsjährige Bindung, danach frei verfügbar — solide Zusatz-Sparquote.

Mitarbeiterkonditionen

Vergünstigte Konditionen auf BankCard-Gebühren, Wertpapierdepot und Girokonto. Manche Häuser bieten Mitarbeiter-Rabatte auf Verbraucherkredite oder Bausparen — finanziell relevanter Vorteil über die Jahre.

Heiligabend und Silvester frei

Hauspraxis in fast allen Sparkassen: An Heiligabend und Silvester bleiben die Filialen geschlossen. Die Tage gelten als arbeitsfrei und werden nicht vom Urlaub abgezogen.

30 Tage Jahresurlaub plus Sonderurlaub

Tariflich 30 Tage bei 5-Tage-Woche, plus typischerweise zwei Bildungsurlaubstage und Sonderurlaub bei Hochzeit, Geburt, Umzug oder Sterbefall der Eltern.

Sonderurlaub

Tarifrunde TVöD-S 2025/2026

Der TVöD-S wird parallel zum TVöD-VKA verhandelt. Auf der Arbeitgeberseite sitzt der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) zusammen mit der VKA am Tisch, auf der Beschäftigtenseite ver.di (Bereich Banken) und der dbb. Tariferhöhungen werden meist prozentual analog zum TVöD-VKA umgesetzt — also die gleichen Steigerungen, aber auf höherer Basis. In der letzten Tarifrunde wurde das Volumen in zwei Schritten verteilt plus ein steuerfreier Inflationsausgleich.

Die nächste Tarifrunde steht 2025/2026 an. Wir aktualisieren die Entgelttabellen und den TVöD-Rechner sobald die neuen Werte veröffentlicht sind.

Eingruppierung in den TVöD-S

Die Eingruppierung in die richtige Sondereingangsstufe (S-EG) folgt den gleichen Prinzipien wie im TVöD-VKA: Sie ergibt sich aus den tatsächlich übertragenen Tätigkeiten gemäß Tätigkeitsmerkmalen — nicht aus dem Abschluss allein. Eine Bankkauffrau-Ausbildung führt nicht automatisch zu S-EG 6; entscheidend ist, welche Aufgaben übernommen werden. Häufig liegen Berufseinsteiger zunächst in S-EG 5, nach Übernahme eines eigenen Kundenstamms wechseln sie in S-EG 6.

Wer sich nicht sicher ist, wo er korrekt eingruppiert sein müsste, findet im Eingruppierungs-Ratgeber die Systematik und Hinweise zur Überprüfung der eigenen Eingruppierung. Bei Zweifeln lohnt der Weg über den Betriebsrat — Fehl-Eingruppierungen sind im Sparkassenbereich häufig nach unten verschoben, vor allem bei langer Betriebszugehörigkeit ohne formelle Höhergruppierung.

Quellen und weiterführende Informationen

Nächster Schritt

Eigenes Sparkassen-Gehalt simulieren

Mit dem TVöD-Rechner Entgeltgruppe wählen, Stufe einstellen und brutto + netto inkl. Jahressonderzahlung für TVöD-S oder TVöD-VKA berechnen.

Häufige Fragen zum TVöD-S Sparkasse

Was ist der Unterschied zwischen TVöD-S und TVöD-VKA?
Der TVöD-S ist die Sondertarifregelung für Beschäftigte bei den kommunalen Sparkassen. Er gilt zusätzlich zum TVöD und ersetzt für Sparkassen-Mitarbeiter die regulären Entgeltgruppen E1–E15 durch die Sonderentgeltgruppen S-EG 1 bis S-EG 11. Inhaltlich sind viele Regelungen identisch (Urlaub, Jahressonderzahlung, Stufenaufstiege), aber die Entgelttabelle liegt für die meisten Positionen etwa 100 bis 300 € über dem TVöD-VKA. Hintergrund: Banken-Tätigkeiten erfordern höhere fachliche Qualifikation und das tarifliche Niveau orientiert sich am privaten Bankgewerbe.
Wie viel verdient ein Sparkassen-Berater im TVöD-S?
Ein Privatkundenberater in S-EG 6 Stufe 3 verdient 2026 etwa 3.550 € brutto im Monat. In Stufe 6 (nach 15+ Jahren Erfahrung) sind es rund 4.000 €. Ein erfahrener Vermögensberater in S-EG 7 erreicht in Stufe 6 etwa 4.220 €. Ein Senior-Firmenkundenberater (S-EG 8b) kommt auf bis zu 4.690 €. Zusätzlich gibt es die Jahressonderzahlung (50–95 % eines Monatsgehalts), VBL-Betriebsrente und in vielen Häusern noch eine Sparkassen-Sonderzahlung über den Tarif hinaus.
Welche Sparkassen wenden den TVöD-S an?
Der TVöD-S gilt für alle öffentlich-rechtlichen Sparkassen, also kommunale Stadt- und Kreissparkassen. Beispiele: Sparkasse Köln Bonn, Berliner Sparkasse, Hamburger Sparkasse (Haspa), Sparkasse Bremen, Sparkasse Münsterland Ost, Stadtsparkasse Düsseldorf, Frankfurter Sparkasse. Auch Sparkassenverbände wie der DSGV unterstehen dem TVöD-S. Nicht unter den TVöD-S fallen: freie Sparkassen wie die Hamburger Sparkasse alter Rechtsform und einige Landesbanken, die eigene Haustarife haben (z. B. LBBW, Helaba).
Bekomme ich bei einer Sparkasse Jahressonderzahlung?
Ja. Sparkassen-Beschäftigte erhalten nach § 20 TVöD-S eine Jahressonderzahlung im November — meist höher als im TVöD-VKA, in vielen Häusern bis zu 95 % eines Monatsgehalts. Zusätzlich zahlen viele Sparkassen freiwillig eine Sparkassen-Sonderzahlung oder eine variable Vergütung (Bonuszahlung bei Zielerreichung). Insgesamt kommen Sparkassen-Mitarbeiter pro Jahr oft auf 13,5 bis 14 Monatsgehälter.
Habe ich bei einer Sparkasse mehr Urlaub als sonst im öffentlichen Dienst?
Die Urlaubsregelung im TVöD-S ist identisch mit dem TVöD-VKA: 30 Tage Jahresurlaub bei einer 5-Tage-Woche, unabhängig vom Alter. Manche Sparkassen gewähren freiwillig ein bis zwei Zusatztage als Betriebsregelung (etwa bei langjähriger Betriebszugehörigkeit). Außerdem üblich: Heiligabend und Silvester sind in den meisten Sparkassen-Häusern frei und werden als arbeitsfrei behandelt — auch das ist eine Hauspraxis, kein Tarifanspruch.
Bekomme ich VBL-Pflichtversicherung als Sparkassen-Mitarbeiter?
Ja. Beschäftigte bei kommunalen Sparkassen sind pflichtversichert in der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) oder einer entsprechenden kommunalen Zusatzversorgungskasse (ZVK). Der Arbeitgeber zahlt den Hauptteil des Beitrags (rund 6,45 %), der Beschäftigte einen kleineren Eigenanteil (1,41 % im Tarifgebiet West). Die Betriebsrente kommt zusätzlich zur gesetzlichen Rente und liegt typischerweise bei 150 bis 400 € monatlich nach 35 Beitragsjahren — abhängig von Gehaltshöhe und Beitragsjahren.
Wie lange dauert die Probezeit bei Sparkassen?
Die Probezeit beträgt nach § 2 TVöD-S in der Regel sechs Monate. In dieser Zeit gilt eine verkürzte Kündigungsfrist von zwei Wochen zum Monatsende. Bei Auszubildenden ist die Probezeit gesetzlich auf höchstens vier Monate begrenzt (§ 20 BBiG). Nach erfolgreichem Ablauf der Probezeit gelten die regulären TVöD-Kündigungsfristen, die mit Beschäftigungsdauer wachsen — nach 12+ Jahren bis zu sechs Monate zum Quartalsende.
Gibt es Bonus-Zahlungen bei Sparkassen außerhalb des TVöD-S?
Ja, häufig. Viele Sparkassen zahlen zusätzlich zur tariflichen Vergütung eine variable Vergütung oder Zielerreichungsprämie — meist 5 bis 15 % des Jahresgehalts bei Beratern im Vertriebsumfeld. Auch Filialleiter erhalten oft erfolgsabhängige Boni. Diese Zahlungen sind nicht im TVöD-S geregelt, sondern Hauspraxis und werden in Dienstvereinbarungen mit dem Betriebsrat oder individuell festgelegt. Zusätzlich gibt es das Leistungsentgelt nach § 18 TVöD-S (bis zu 2 % des Jahresgehalts) sowie in vielen Häusern Sachzuwendungen wie Job-Ticket, Kantine, BankCard-Konditionen und Mitarbeiterrabatte.